Composable Commerce

Sebastian Jurth

„Composable Commerce“ zieht zweifellos die Aufmerksamkeit in der Welt des E-Commerce auf sich. In einer lebhaften Paneldiskussion mit den Experten Sebastian Jurth, Remmers, Artur Wozniak-Feldmeier, WAGO und Horst Huber, priint Group unter der Moderation von Volker Wieskötter, Akeneo wurde deutlich, dass dieses Konzept in der Branche vielfältige Reaktionen hervorruft. Wir laden Sie ein, die aufschlussreiche Diskussion in unserer Videoaufnahme per QR-Code zu verfolgen und sich in diesem Artikel einen ersten Überblick zu verschaffen.

Composable Commerce: Flexibilität und Anpassungsfähigkeit für die Zukunft

Die moderne Handelslandschaft hat sich dramatisch verändert. Kunden erwarten personalisierte Erlebnisse, nahtlose Interaktionen und bequeme Einkaufsmöglichkeiten über verschiedene Kanäle hinweg. In diesem Kontext hat sich der Begriff „Composable Commerce“ zu einem Schlagwort entwickelt, das für Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist, um in einer sich ständig verändernden Welt wettbewerbsfähig zu bleiben. In diesem Artikel werden die Schlüsselaspekte von Composable Commerce beleuchtet und Praxistipps von Experten aus der Branche geteilt. Im Gespräch waren Artur Wozniak-Feldmeier von WAGO, Sebastian Jurth von Remmers, Horst Huber von der priint Group, sowie Volker Wieskötter von Akeneo, der die Diskussion moderiert hat.

Was ist Composable Commerce?

Composable Commerce ist ein Ansatz, der darauf abzielt, Unternehmen die Flexibilität zu geben, maßgeschneiderte Lösungen zu erstellen. Längst sind alle Informationen & Funktionen aus den Commerce Kundenportalen nicht mehr nur innerhalb der eCommerce-Plattform relevant. Auch die APPs, PIM/MAM, sowie CRM- und Marketing-Systeme brauchen die Informationen, um alle Abteilungen gleichermaßen zu versorgen und auf dieser Basis wiederrum neue Services bereit stellen zu können. Mit einer monolithischen Architektur nicht mehr möglich. Inzwischen gehört Composable Commerce die Zukunft. Auf Commerce-Ebene bieten sich dadurch viele Möglichkeiten, die Systemlandschaft & Services sehr individuell jederzeit neu zusammenzustellen. Zudem sind in starren monolithischen Systemen Änderungen oft zeitaufwendig und kostspielig, wohingegen Composable Commerce auf eine modulare Struktur, in der verschiedene Dienste und Funktionen in eigenständigen Einheiten, den sogenannten „Services“, organisiert sind. Diese Services können nahtlos miteinander kombiniert werden, um innovative Kundenerlebnisse zu schaffen.

Der Composable-Ansatz in der Praxis

Die Umsetzung von Composable Commerce erfordert eine klare Strategie und einen umfassenden Plan. Unternehmen müssen frühzeitig damit beginnen, Services zu entwickeln, auch wenn sie sich möglicherweise noch in einer frühen Phase befinden. Diese Services werden als „Bauklötze“ betrachtet, die später flexibel kombiniert werden können, um auf neue Anforderungen zu reagieren. Die Priorisierung der Services sollte strategisch und pragmatisch erfolgen, wobei Kosten, Ressourcen und Granularität berücksichtigt werden.
Ein wichtiger Schritt in Richtung Composable Commerce ist die Identifizierung von Nadelöhr und Abhängigkeiten in den bestehenden Prozessen. Unternehmen sollten analysieren, wo Prozesse zu langsam sind, Informationen fehlen oder nur an einer einzigen Stelle, und damit nicht redundant, verfügbar sind. Die Entwicklung von Services sollte gezielt an diesen kritischen Stellen erfolgen, um die Modulstruktur nach und nach aufzubauen.

Schulung und Kundenfeedback

Um Composable Commerce erfolgreich umzusetzen, ist Schulung entscheidend. Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben, sich mit den neuen Technologien und Konzepten vertraut zu machen. Darüber hinaus sollte Unternehmen aktiv Kundenfeedback einholen, um Services kontinuierlich zu verbessern. Die Einbindung von Kunden in den Entwicklungsprozess ermöglicht es Unternehmen, auf die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Zielgruppen einzugehen und innovative Lösungen zu entwickeln.

Die Rolle der Technologie und der Mindshift

Technologie spielt zweifellos eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Composable Commerce, ist jedoch allein nicht ausreichend. Der wahre Wandel liegt in einem grundlegenden Mindshift und der Bereitschaft, bestehende Silos und Denkmuster aufzubrechen. Die Herausforderungen, die mit dieser Veränderung einhergehen, werden oft unterschätzt und erfordern eine umfassende Neuausrichtung der Unternehmensprozesse und -struktur. Denn durch den übergreifenden Ansatz kennen die Services keine Bereichs- oder Verantwortungsgrenzen. Die Verantwortungen müssen bestenfalls direkt mit den Prozessen End-to-End gesteuert werden.

Fazit

Composable Commerce bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich an die sich schnell ändernden Anforderungen des modernen Marktes anzupassen und flexible, kundenzentrierte Lösungen zu entwickeln. Die Umsetzung erfordert eine klare Strategie, Schulung der Mitarbeiter, aktives Kundenfeedback und den Mut, bestehende Strukturen aufzubrechen. Diejenigen, die diesen Wandel erfolgreich bewältigen, sind gut positioniert, um in der heutigen dynamischen Handelswelt erfolgreich zu sein. Composable Commerce ist nicht nur ein technologischer Wandel, sondern eine umfassende Transformation, die die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sichert.

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