Aus dem Windschatten auf die Überholspur, Revolution der Katalogproduktion bei ROTHENBERGER

Bastian Seib und Patrick Nonnweiler

Der Artikel gewährt Einblicke in die Welt der semiautomatischen Katalogerstellung. Dieser pragmatische Ansatz, der Automatisierung und kreatives Design vereint, führte zu einer bedeutenden Umgestaltung des Katalogerstellungsprozesses bei ROTHENBERGER. Das Projekt verdeutlicht auf anschauliche Weise, wie Unternehmen die Herausforderung der Katalogproduktion fortschrittlich meistern können.

Anforderungen & Analyse

ROTHENBERGER, ein führender Hersteller von Rohrwerkzeugen und -maschinen mit über 70 Jahren Erfahrung, stand vor einer großen Herausforderung: Wie kann das umfangreiche Produktsortiment für Heizung, Sanitär, Klima etc. effizient und dennoch an­sprechend in Katalogen dargestellt werden? Denn die bisherige manuelle Katalogerstellung führte zu Parallelprozessen und Inkonsistenzen. Die zentrale Frage lautete daher: Wie können die Prozesse nachhaltig verbessert werden?

Angesichts der Herausforderung, eine effizientere Methode zur Katalogerstellung zu finden, wandte sich ROTHENBERGER an Parsionate. Vor diesem Schritt hatte das Unternehmen bereits ein PIM-System eingesetzt, das jedoch den wachsenden Anforderungen nicht mehr gewachsen war. Insbesondere das Erstellen von 27 verschiedenen Sprach- und Länderversionen gestaltete sich problematisch, da diese nicht nur sprachliche Differenzen aufwiesen, sondern sich auch in Bezug auf das Produktangebot unterschieden.

Die Kooperation mit Parsionate führte zur Implementierung des Contentserv PIM-Systems, das ROTHENBERGER dabei unterstützte, die Katalogerstellung zu optimieren. Um diesen Prozess bestmöglich anzugehen, konzentrierte sich das Unternehmen bei Projektbeginn auf die gründliche Analyse von drei entscheidenden Bereichen:

Prozess

Die bisherige Katalogerstellung verlief häufig parallel. Das Grafikteam hat den Katalog erstellt, das Online Team hat mit dem PIM-Team die Webseiten erstellt. Dies führte zu Doppel­arbeiten. Um einen Weg für eine zukunftsfähige Lösung zu bahnen, war es unerlässlich, den bestehenden Prozess neu zu definieren.

Technologie

Die Informationen, die für die analogen und die digitalen Medien zur Verfügung standen, waren unterschiedlich. Aufgrund des artikelspezifischen Aufbaus der Onlinemedien standen mehr Informationen zur Verfügung, als für den produktspezifischen Aufbau. Folgende Aufgabenstellungen ergaben sich daraus für die Auswahl des späteren PIM-Systems von Contentserv:

  • Anpassung des Katalogaufbaus mit Contentserv PIM in Zusammenarbeit mit Parsionate
  • Differenzierung von produktspezifischen und variantenspezifischen Inhalten
  • Überwindung der Dateninkonsistenzen zwischen PIM und Print
  • Vermeidung von Datenredundanz und Mehrfachpflege derselben Information im PIM und im Print
  • Beschleunigte Time-to-Market und Katalogerstellungszyklen

Faktor Mensch

Die Mitarbeiter im Marketing und Produktmanagement spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg des Projekts. Es ist entscheidend Change Management zu betreiben und die Nutzer auf sich verändernde Prozesse vorzubereiten. Alle Stakeholder wurden eingebunden und mögliche Bedenken konnten beseitigt werden. Die Mitarbeiter sind heute sehr zufrieden mit der Lösung.

Unsere Katalogerstellung war früher ziemlich komplex, aber mit dem neuen Ansatz haben wir Klarheit und Effizienz hinzu gewonnen, was mich sehr begeistert.

Optimierung der Katalogerstellung bei ROTHENBERGER

Um die Effizienz und Qualität der Katalogerstellung zu steigern, formulierte ROTHENBERGER gemeinsam mit Parsionate klare Ziele:

Automatisierung:

  • Implementierung der Publishing-Automatisierung durch Anbindung an das PIM-System
  • Realisierung der (Semi-)automatischen Erstellung von drei verschiedenen Katalogtypen
  • Ermöglichung der Ausgabe in unterschiedlichen Kanälen, sowohl analog als auch online

Standardisierung:

  • Definition von einheitlichen Templates und Platzhaltern für die Kataloginhalte

Optimierung:

  • Verbesserung des Prozesses für die Katalogerstellung, Pflege und Korrektur
  • Schaffung eines effizienteren Workflows für die gesamte Katalogerstellungsphase

Skalierbarkeit:

  • Anstreben der Skalierbarkeit des Systems, um das erfolgreiche Modell vom Pilotprojekt über Ländergesellschaften bis hin zu verschiedenen Marken zu übertragen

Erreichte Ziele und Projektfortschritt

Das Projekt der semiautomatischen Katalogerstellung bei ROTHENBERGER hat bedeutende Fortschritte erzielt. Mit einem Automatisierungsgrad von etwa 75 % konnten Produktseiten und Kataloge effizienter gestaltet werden. Templates, dynamische Raster und Platzhalter wurden erfolgreich implementiert, um eine konsistente Darstellung der Inhalte sicherzustellen.

Durch die Integration von DeepL als Pre-Translation-Tool wurden die Übersetzungsprozesse optimiert und direkt in das PIM-System integriert. Die Lösung ist skalierbar und ermöglicht es ROTHENBERGER, die Katalogerstellung in mehreren Ländern und für verschiedene Marken zentralisiert durchzuführen.

Zudem ist die Einführung des Grid Planning der priint:suite vorgesehen, um die Verplanung der Produkte auf den einzelnen Seiten direkt in der Neowise Oberfläche vorzunehmen.

Das Projekt hat erfolgreich zur Optimierung der Katalogerstellung, zur Prozessverbesserung und zur Qualitätssteigerung der Kataloge beigetragen. Denn auch wenn die Digitalisierung natürlich stetig vorangetrieben wird, ist und bleibt der gedruckte Katalog gerade für die B2B-Kunden ein wesentliches Medium.

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Fazit: Katalogerstellung auf neuem Level mit internationaler Begeisterung

ROTHENBERGER hat mit der semiautomatischen Katalogerstellung den Spagat zwischen Automatisierung und manueller Tätigkeiten gemeistert. Der Erfolg dieses Ansatzes spiegelt sich nicht nur in einem reibungslosen Katalogmanagement wider, sondern auch in der Integration der Landesgesellschaften in den Publishingprozess.

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