Die Zukunft des Produktmarketings liegt weder im Ablösung einzelner Medien noch in einer einzelnen Technologie: Sie liegt in der Fähigkeit, Produktdaten, Prozesse und Inhalte zu einem flexiblen Gesamtsystem zu verbinden. Publikationen, Verpackungen, Etiketten und digitale Content-Formate entstehen künftig aus einer zentralen, verlässlichen Datenbasis - individualisiert für jede Zielgruppe und jeden Kanal.
Automatisierung sorgt dabei für Tempo und Skalierbarkeit, während Standardlösungen maßgeschneiderte Anforderungen wirtschaftlich und schnell umsetzbar machen. Gleichzeitig behalten Print, Marke, Inspiration und Vertrauen ihre Schlüsselrolle – vor allem dort, wo Orientierung und emotionale Kaufentscheidungen zählen. Künstliche Intelligenz beschleunigt diesen Wandel, baut aber auf der Qualität, Struktur und Verfügbarkeit der Daten auf.
Zukunftsfähiges Produktmarketing bedeutet deshalb mehr als reine Produktionsautomatisierung: Es erfordert neu gedachte Freigaben, klare Verantwortlichkeiten und eine veränderte Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt steht der Mensch: Echte Transformation gelingt dort, wo Teams eingebunden werden, neue Arbeitsweisen gemeinsam wachsen und Technologie spürbaren Mehrwert im Alltag liefert. Welche konkreten Wege Unternehmen dabei gehen, zeigen die folgenden Vorträge.
Zwischen Agentic Commerce und Weihnachtskatalog: Marke entsteht in der Conversation
Jonathan Roxlau von WURM und Michael Giesen von Laudert
WURM und Laudert zeigen, warum der Katalog auch im digitalen Zeitalter relevant bleibt. Aus einem vermeintlichen Auslaufmodell wird ein eigenständiges Impulsmedium, das Kunden inspiriert, Orientierung bietet und nahtlos mit dem Onlineshop verbunden ist. Die wichtigste Erkenntnis: Nicht das Unternehmen bestimmt die Kanalnutzung, sondern der Kunde. Automatisierte Prozesse schaffen den Freiraum für kreative Gestaltung und ein haptisches Markenerlebnis. So verbindet der Katalog digitale Effizienz mit emotionaler Markenwirkung und beweist: Digital first heißt keineswegs digital only.
Über 25 Jahre Individual-IT adé: UDO BÄRs Weg zur effizienten BMEcat-Produktion mit nexoma Standard-Software
Andreas Scherf von UDO Bär und Fabian Fischer von nexoma
Nach mehr als 25 Jahren verabschiedet sich UDO BÄR von seiner selbst entwickelten IT-Lösung und setzt gemeinsam mit nexoma auf Standardsoftware. Was einst maximale Flexibilität bot, wurde durch wachsende Anforderungen, doppelte Datenpflege und kritisches Spezialwissen zum Engpass. Der Wechsel beschleunigt die Ausleitung komplexer BMEcat-Kataloge und reduziert Abhängigkeiten. Das Projekt beweist: Standard schränkt Individualität keineswegs ein. Wo einst ein eigener Textautomat arbeitete, eröffnet heute KI auf Basis strukturierter Produktdaten völlig neue Spielräume.
Customer Keynote - Vom manuellen Prozess zur Publikationsrevolution: Wie Automatisierung neue Maßstäbe setzt
Jürgen Mayer, Florian Grüneklee und Eva Lessenich, Hoffmann Group
Die Hoffmann Group entwickelt ihren Katalog vom starren Print-Katalog zur flexiblen, datenbasierten Publikationsplattform weiter. Produkte werden entlang ihrer Eigenschaften für unterschiedliche Ausgaben nutzbar gemacht, statt nur für ein festes Printraster zu existieren. Zielgruppenspezifische Publikationen lassen sich so in wenigen Schritten zusammenstellen und generieren. Vertrieb und Produktmanagement gewinnen massiv an Tempo und Autonomie. Der Katalog verschwindet nicht – er wird zu einer von vielen maßgeschneiderten Ausgaben ein und derselben Datenbasis.
Freigabe ohne Reibungsverlust - Automatisierte Abstimmung direkt aus dem Produktionsprozess
Frank Hirsch von GAFICON
Mit zunehmender Automatisierung wird nicht mehr die Seitenerstellung zum Engpass, sondern der Freigabeprozess. GAFICON zeigt, wie mit DALIM SOFTWARE komplexe Abstimmungen mit vielen Herstellern, Rollen und Fristen in einen datengesteuerten Workflow überführen lassen. Entscheider erhalten die Inhalte, für die sie zuständig sind, annotieren, vergleichen und prüfen Korrekturen direkt im Browser. Klare Aufgaben, tagesaktuelle Dokumentstände und automatisierte Push-Infos ersetzen das E-Mail-Chaos: Freigabe wird vom Postfach-Nadelöhr zum integrierten Beschleuniger.
Whatever fuels your data!
Jan Rüger von fischer und Nico Loos von Accenture
Das gemeinsame Projekt von fischer und Accenture zeigt, wie aus Printautomatisierung ein strategischer Daten-Turbo wird. Wo früher Excel-Listen, externe Dienstleister und verteilte Informationen die Etikettenproduktion bremsten, werden Verpackungen, technische Zeichnungen und regulatorische Vorgaben heute zentral aus PIM und priint:suite erzeugt, geprüft und bereitgestellt: 600 Etiketten an nur einem einzigen Tag. Der eigentliche Nutzen reicht weiter: Daten werden durchgängig transparent, wiederverwendbar und bereits für neue Services verfügbar. Damit entsteht die Grundlage für KI-Anwendungen, die auf verlässliche Produktdaten angewiesen sind.
Change Management: Welchen Einfluss haben Menschen auf den Erfolg von Projekten?
Thomas Borkwoski von bofrost*, Verena Uhlenbrock von OSTERMANN, Jürgen Mayer von Hoffmann Group und Thomas Brandstätter von WAGO
Technologie kann Prozesse verändern – erfolgreich wird die Transformation aber erst, wenn Menschen sie aktiv mittragen. In der Paneldiskussion mit OSTERMANN, der Hoffmann Group und WAGO, moderiert von bofrost*, beleuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Schock, Widerstand, das bekannte „Tal der Tränen“ und den Weg zu echter Akzeptanz. Wandel braucht ehrliche und transparente Kommunikation, persönliche Gespräche und ein greifbares Warum. Mitarbeitende müssen ausprobieren, Feedback geben und Erfolge direkt im Arbeitsalltag erleben können. So werden aus Betroffenen echte Gestalter - und aus einem IT-Projekt eine nachhaltige Veränderung, die gemeinsam getragen wird.
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