Mit „Explosion und Simplifizierung“ zur Digital Information Supply Chain

Axel Helbig

Was haben Leonardo da Vinci und das Exploded View Modell von foryouandyourcustomers gemeinsam? Beide nutzen die Vorzüge und Stärken der Visualisierung, um Zusammenhänge und Funktionsweisen von Objekten auf einfache und leicht verständliche Art und Weise zu beschreiben, zu konkretisieren und zu erklären. In Unternehmen legt die Explosionszeichnung den Grundstein für eine bessere Zusammenarbeit, Planung und Entwicklung – in der heutigen Zeit auch für eine erfolgreiche Digital Information Supply Chain.

Leonardo da Vinci, Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph – einer der zweifellos berühmtesten Universalgelehrten unserer Zeit war es, der die technische beziehungsweise anatomische Zeichnung vor rund 500 Jahren erfand, indem er den menschlichen Körper oder eine seiner vielfältigen Erfindungen anhand seiner Zeichnungen visualisierte und dokumentierte. Exploded View Modell nutzt dieselbe Methode, allerdings nicht um ein physisches, sondern ein abstraktes Objekt, eine Organisation umfassend als Modell abzubilden; sie bietet dem Nutzer Einblick und Überblick sowie die notwendigen Werkzeuge für ein zeitgemäßes Arbeiten.

Beispiel für eine Conceptual Exploded View in diesem Fall die Erstellung einer Trainingsplattform für ein Unternehmen

Die Perspektiven der Exploded View

Ein Unternehmen ist ein hochkomplizierter Organismus, der aus zahlreichen miteinander verbundenen Elementen besteht, die zusammenarbeiten müssen, damit das gesamte System reibungslos funktionieren kann – analog zum menschlichen Körper, einem Gebäude oder einer Maschine.

Die Exploded View unterteilt eine Organisation dabei in sechs Layer oder sechs Landkarten zum Orientieren und Navigieren. Der grundlegendste ist der Data Layer, der oberste Layer ist der Customer Layer. Entlang dieser Ebenen lassen sich die relevanten Elemente und ihre Interdependenzen identifizieren und visualisieren, die alle Arten von Geschäftsrealitäten betreffen: Von Projekten zu Programmen, von Anwendungsfällen zu Arbeitsabläufen, Innovation, Unternehmensstrategien und bahnbrechenden Entscheidungen. Diese konzeptuelle Visualisierung des Unternehmens verschafft den Anwendern des Modells

nicht nur einen Überblick, sondern bietet ihnen auch eine gemeinsame Sprache und ein besseres Verständnis der Ideen, Konzepte und inneren Abläufe der jeweiligen Organisation.
Um zu verstehen, wie diese funktionieren, was möglicherweise nicht funktioniert, wie Schwachstellen auf den einzelnen Ebenen erkannt, Fehler behoben und neue Herausforderungen angegangen und gemeistert werden können, sollten in einem ersten Schritt die aktuellen Gegebenheiten auf den Unternehmens­ebenen beschrieben und von allen beteiligten Personen verstanden werden: Wie sieht die Realität heute in unserer Organisation und auf den einzelnen Ebenen und deren Zusammenspiel aus?

Dies geschieht in einem AS-IS-Modell. Es ist der Ausgangspunkt, Punkt A, der Status quo innerhalb einer Organisation, von dem aus man zu Punkt B aufbrechen kann, zum TO-BE-Modell – vom wie sind wir heute aufgestellt, zum was benötigen wir, um in Zukunft noch besser aufgestellt zu sein. Die Grundlage, um entsprechende Projekte, die die notwendige Veränderung und Entwicklung unseres Unternehmens Richtung Zukunft herbeiführen, umsetzen zu können, ist ein gemeinsames Verständnis innerhalb des Unternehmens, wohin man sich bewegen möchte, essenziell. Nur dann kann die Unternehmensrealität nachhaltig beeinflusst, verändert und weiterentwickelt werden.

Wie kann ein Unternehmen echte Herausforderungen durchdacht angehen?

Bei der Gestaltung des AS-IS-Modells beginnt man auf der obersten Ebene der Exploded View und identifiziert den Kunden auf dem Customer Layer. An wen verkauft das Unternehmen? Wen möchte es ansprechen? Wie sehen die Zielgruppen aus und was sind deren Erwartungen, wenn diese Kunden mit dem Unternehmen interagieren? Die Kanäle, über die ein Unternehmen mit seinen Kunden kommuniziert, befinden sich auf dem darunterliegenden, dem sogenannten Experience Layer. Kanäle, die die Organisation verwendet, um ihre externen Zielgruppen zu informieren, mit ihnen zu kommunizieren, etwas zu vermarkten, zu verkaufen und sie zu bedienen. In der Regel besitzen Unternehmen mehr als 80 oder 100 Kanäle, die sie bewusst oder unbewusst nutzen. Manche Kanäle wurden schon vor langer Zeit erstellt, manche sind ziemlich neu und im Unternehmen teils noch unbekannt.

Das Exploded View Modell von foryouandyourcustomers

Diese Kanäle müssen durchdacht sein, sie benötigen Inhalte, sie müssen gestaltet und gepflegt werden und sie benötigen Menschen, die sich für sie verantwortlich fühlen und sie befüllen. Diese Menschen in ihren Rollen, in ihren Teams innerhalb einer bestimmten Organisationsstruktur werden auf dem Organisation Layer identifiziert. Da nun klar ist, wer im Unternehmen für die Kundenerfahrung verantwortlich ist, müssen die Elemente definiert werden, die diese Personen bei ihrer Arbeit unterstützen. Diese Elemente liegen auf dem Performance Layer. Der Performance Layer enthält alle Aufgaben, alle Prozesse, alle Werkzeuge, die zur Erfüllung der Arbeiten benötigt werden. Und natürlich wäre es sinnvoll, wenn Personen mit ähnlicher Aufgabenstellung den gleichen Prozess, das gleiche Werkzeug oder die gleichen Schritte verwenden würden.

Da wir nun wissen, wie die Angestellten im Unternehmen Kunden­erlebnisse gestalten, benötigen wir die entsprechenden Werkzeuge, die diese erst dazu in die Lage versetzen. Diese Werkzeuge können Systeme sein, es können aber auch Maschinen sein, um ein Produkt zu produzieren, oder es handelt sich um die Infrastruktur, die für die Arbeit notwendig ist. All diese Elemente identifizieren und beschreiben wir auf dem Asset Layer. Das Fundament und die Basis, auf dem das Unternehmen steht, ist der Data Layer. Die Ebene, die alle notwendigen Informationen enthält, basierend auf den Arbeitsabläufen und Prozessen, die von den Mitarbeitern innerhalb der Organisation definiert wurden, um die Produkte und Services über die Kanäle zu kommunizieren und zu verkaufen, die letztlich das Kundenerlebnis erschaffen.

Wie kann eine Organisation wertstiftende Modelle erstellen?

Das TO-BE-Modell ist, wie bereits erwähnt, der Bezugspunkt, die Orientierung, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln soll. Entlang dieses Ziels beginnen wir, die relevanten und notwendigen Maßnahmen, Projekte und Veränderungen im Laufe der Zeit in Richtung dieser definierten und angestrebten Realität auf den verschiedenen Ebenen abzuleiten und zu definieren.

Um das Innenleben des Unternehmens Schritt für Schritt immer detaillierter zu erarbeiten und zu visualisieren und auf Basis dieser Erkenntnisse entsprechende Projekte anzustoßen, kommen unterschiedliche Modellierungswerkzeuge zum Einsatz. Diese Modelling Tools sind einfache Werkzeuge, mit denen Unternehmen bereits heute ein besseres Verständnis und ein genaueres Bild der Geschäftsrealität erstellen. Beispielsweise die Systemlandschaft der Organisation oder Prozesslandkarten, Use Case Diagramme, Marktsegmentierungen oder ein Informationsmodell von foryouandyourcustomers. Diese Werkzeuge helfen dabei, der Realität eines Unternehmens auf den verschiedenen Ebenen so ​nah wie möglich zu kommen und die notwendigen Veränderungsprozesse anzustoßen.

Die Exploded View ermöglicht eine neue Qualität des Verstehens und der Zusammenarbeit innerhalb einer Organisation. Immer mehr Unternehmen verwenden diese Methodik für ein schnelleres Verständnis und bessere Ergebnisse. Am Ende ist die Exploded View aber ein Modell. Es ist nicht die Realität und umgekehrt ist die Realität nicht das Modell. Was wir damit machen können, ist die Realität so genau wie möglich zu beschreiben und natürlich wird es immer eine Restunklarheit geben. Wir werden nie die ganze Realität mit einem Modell darstellen können, aber was wir tun können, ist, diese Realität zu verbessern. Wir können ein besseres Verständnis zwischen Kollegen, zwischen Teams, sogar zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen und darüber hinaus schaffen. Und wir können damit eine wünschenswerte, in der Zukunft liegende Realität entwickeln und gestalten.

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